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Sichtschutz für Garten, Terrasse und Balkon

Sichtschutz aus Holz Sichtschutz aus Holz Foto: ©ernstboese - stock.adobe.com

Möglichkeiten für Privatsphäre im Überblick

Für die meisten Menschen ist der Aufenthalt im Freien die optimale Möglichkeit sich vom Alltagsstress zu erholen. Sofern es das Wetter und die Temperaturen zulassen, verlegen viele ihr Wohnzimmer nach draußen auf die Terrasse, Balkon oder in den Garten. Hier kann man abschalten oder mit der Familie oder mit Freunden gesellige Stunden verbringen. Um die Zeit hier ungestört verbringen zu können, ist ein Sichtschutz optimal um für mehr Ruhe und Privatsphäre zu sorgen. In diesem Beitrag stellen wir Ihnen die verschiedenen Möglichkeiten zum Sichtschutz vor und erklären, was erlaubt ist.

Möglichkeiten als Sichtschutz im Überblick

Wer sich vor neugierigen Blicken schützen möchte, kann dafür auf eine breite Palette an Möglichkeiten zurückgreifen. Bei der Auswahl sollte nicht nur die Funktion im Vordergrund stehen, denn auch rechtliche Belange müssen unter Umständen beachtet werden. Darüber hinaus sollte sich der Sichtschutz in das Gesamtbild des Gartens oder des Balkons einpassen.

Für den Sichtschutz im Garten und auf den Balkon bieten sich folgende Materialien an:

  • Pflanzen
  • Holz
  • Metall
  • WPC
  • Kunststoff
  • Steine

Natürlicher Sichtschutz – die Hecke

Die Hecke ist der Klassiker des Sichtschutzes und gleichzeitig die natürlichste Variante. Sie schützt nicht nur vor den Blicken neugieriger Nachbarn, sondern bietet zahlreichen Tieren einen Lebensraum. Der Sichtschutz aus Pflanzen bietet Vögeln Nist- und Schlafplätze und vermittelt eine natürliche Geborgenheit.

Im Vergleich zum klassischen Holzzaun ist eine Hecke langlebiger. Im Gegenzug müssen Sie allerdings Geduld mitbringen. Bis eine Hecke blickdicht ist, können ein paar Jahre vergehen. Auch der Aufwand für den Unterhalt sollte nicht unterschätzt werden. Die Hecke muss regelmäßig beschnitten werden und in den heißen Sommermonaten muss sie ggf. auch bewässert werden. Eine Hecke ist vornehmlich für die Grundstücksgrenze und als Abgrenzung der Terrasse geeignet. Für den Balkon ist sie eher ungeeignet.

Als Pflanzen für eine Hecke bieten sich sowohl immergrüne Gewächse oder Pflanzen an, die im Herbst ihre Blätter verlieren. Optimal sind Formschnittgehölze, die sich mit einer Heckenschere in die gewünschte Form bringen lassen. Kletterpflanzen sind geeignet, wenn Sie dem Garten einen romantischen Eindruck geben wollen.

Pflanzen, die für eine Hecke geeignet sind:

  • Thuja oder Abendländischer Lebensbaum – für Hecken von 2 bis 4 m Höhe an sonnigen Standorten, immergrün
  • Eibe – für Hecken von 1 bis 4 m Höhe an sonnigen oder schattigen Standorten, immergrün
  • Scheinzypresse – für Hecken von 2 bis 4 m Höhe an sonnigen ober halbschattigen Standorten, immergrün
  • Kirschlobeer – für Hecken von 1 bis 2 m Höhe an sonnigen oder schattigen Standorten, immergrün
  • Stechpalme – für Hecken von 1 bis 2 m Höhe an halbschattigen Standorten, immergrün
  • Rotbuche, rotblättrige Blutbuche, Hainbuche – für Hecken von 2 bis 25 m Höhe an sonnigen bis halbschattigen Standorten, teilweise laubabwerfend
  • Berberitzen – für Hecken von 1 bis 3 m Höhe, laubabwerfend

Natürlich kommen noch weiteren Pflanzenarten in Betracht. Bei der Auswahl sollte stets da Pflanzumfeld und der Pflegeaufwand beachtet werden.

Der Klassiker – Sichtschutz aus Holz

Wenn Sie einen Sichtschutz aus Holz planen, können Sie auf eine große Auswahl an Materialien, Formen und Farben zurückgreifen. Es bieten sich Zaunelemente oder Sichtschutzwände an. Der Zaun kann dabei von Hüfthöhe bis zur Kopfhöhe oder darüber hinaus reichen. Je höher der Zaun, desto mehr Sichtschutz ist gewährleistet. Der Gartenzaun aus Holz überzeugt vor allem mit einer natürlichen Optik.

Die Materialwahl sollte auf das Gesamtbild des Gartens abgestimmt sein. Aufgrund der Haltbarkeit eignen sich Hölzer wie Lärche oder Douglasie für die Holzelemente. Hier müssen Sie nur wenig Zeit in der Pflege investieren. Beliebt sind auch Flecht- oder Lamellenzäune aus Nadelholz. Diese sind preiswert und leicht zu montieren.

Da die Holzelemente teilweise sehr massiv wirken können, bieten sich auch Modelle mit Aussparungen für Bepflanzung an. So wird die Holzwand aufgelockert und wirkt nicht so massiv. Alternativ können als Sichtschutz auch Rankgitter genutzt werden. Hier bieten die Kombination aus Holzelement und Kletterpflanzen einen sehr natürlich wirkenden Schutz ihrer Privatsphäre.

Moderne Variante – Sichtschutz aus WPC

Ein Nachteil von Sichtschutzelementen aus Holz ist, dass diese in der Regel mit Holzschutzmitteln behandelt werden müssen. Eine praktische Alternative stellt deshalb ein WPC Zaun dar. Das Material ist sehr robust und langlebig.

Der Begriff WPC ist die Abkürzung für Wood-Polymer-Composite, einem Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoff. Der Kunststoffanteil sorgt dafür, dass der WPC Sichtschutz nie wieder gestrichen oder lasiert werden muss und trotzdem dauerhaft witterungsbeständig ist und einen langlebigen Außeneinsatz garantiert. Der Holzanteil im WPC Sichtschutz sorgt hingegen für eine natürliche, hochwertige Optik ähnlich wie Holz. 

Sichtschutz aus WPC gibt es in vielen Designs und Varianten, so dass eine Anpassung an das Gartenumfeld problemlos möglich ist.

Besonders Massiv – Sichtschutz aus Stein

Einen besonders langlebigen und robusten Schutz der Privatsphäre bietet eine Mauer aus Ziegelsteinen. Allerdings ist die Errichtung recht aufwendig und teuer. Günstiger abertrotzdem optisch sehr ansprechend sind Gabionen. Gabionen sind Drahtkörbe, die mit Natursteinen gefüllt werden.

Es gibt sie in schmalen und breiten Varianten. Während die schmalen Gabionen mit Stützpfeiler montiert werden, können breitere Varianten ab 50 cm Breite auch eigenständig aufgestellt werden. Wegen des hohen Gewichts sollte bei der Montage die Statik und der Untergrund beachtet werden. Eine Fachfirma kann Sie hierbei unterstützen. Optisch lassen sich die Sichtschutzelemente auch Holz- oder Pflanzenelementen kombinieren.

Weitere Varianten

Neben den genannten Klassikern des Sichtschutzes bieten sich noch weitere Varianten an. So gibt es noch Sichtschutzelemente aus:

  • Bambus in Form von Bambusmatten
  • Weidematten
  • Kunststoffmatten
  • Glaswände
  • Aluminiumwände

Gerade die Elemente in Mattenform sind durch ihren geringen Platzbedarf optimal als Sichtschutz für den Balkon geeignet.

Rechtliche Vorgabe beachten

Bevor Sie sich für einen bestimmten Sichtschutz entscheiden, sollte sich erkundigen, ob es rechtliche Vorgaben gibt.

Leider gibt es für den Sichtschutz im Garten in Deutschland keine einheitliche Regelung. Was erlaubt ist, und was nicht, ergibt sich aus dem Nachbarschaftsrecht. Dazu haben die Bundesländer verschiedene Verordnungen erlassen und kann durch Regelungen der Gemeinde ergänzt werden. Teilweise ergeben sich Regelungen aus dem Bebauungsplan. Sofern kein Bebauungsplan oder eine Satzung den Sichtschutz verbietet, ist ein Sichtschutz in der Regel zulässig, wenn der Sichtschutz im sogenannten „ortsüblichen Rahmen“ bleibt. Ein Nachbar kann dagegen gewöhnlich nichts unternehmen.

In der Regel dürfen Mauern und Zäune bis zu einer Höhe von 90 cm problemlos errichtet werden. Bei der Errichtung eines Sichtschutzes wird unterschieden in „tote und lebendige Einfriedungen.“ Generell darf der Sichtschutz bei Hecken und Mauern eine Höhe von 180 Zentimeter nicht überschreiten. Der Abstand zum Nachbargrundstück sollte mindestens 50 Zentimeter betragen.

Tipp: Bevor es zu unangenehmen Überraschungen kommt, schafft eine Auskunft beim zuständigen Bauamt für Klarheit und Sicherheit. Es empfiehlt sich auch schon im Vorfeld den Nachbarn über den geplanten Sichtschutz zu informieren.

Weitere Einschränkungen kann es in Wohneigentumsgemeinschaften geben. Gerade in Wohnanlagen gibt es hinsichtlich des Gartenzauns, Heckenbepflanzung oder Sichtschutz genauen Regelungen.

Fazit               

Für den Sichtschutz im Garten oder auf der Terrasse gibt es viele Möglichkeiten und Gestaltungsideen. Überlegen Sie sich im Vorfeld, welche Funktion der Sichtschutz übernehmen soll und wie lange dieser halten soll. Optisch sollten sich die Elemente in das vorhandene Gesamtbild einpassen. Gerne kann dieser aber auch einen optischen Akzent setzen. Beachten werden sollte aber auch das vorhandene Budget, die Haltbarkeit und der Pflegeaufwand.

Über Fabian Möbis (15 Artikel)
Seit vielen Jahren bin ich schon im Internet unterwegs und nun auch als Blogger. Als gelernter Immobilienkaufmann und Fachwirt beschäftige ich mich mit tagtäglich mit dem Thema Immobilien und Hausbau.

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