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Feuchte Wände erkennen und Schäden vorbeugen

Feuchtigkeit in Wänden erkennen Feuchtigkeit in Wänden erkennen Foto: © Andrey Popov - stock.adobe.com

Feuchtigkeit in Wänden sind kein kleines Problem und können rasch zu großen Schäden an der Substanz führen, die meist mit hohen Sanierungskosten verbunden sind. Feuchte Wände wirken sich negativ auf das Raumklima aus und bilden den Nährboden für Schimmelpilze, die die Gesundheit gefährden können. Daher sollten Sie unverzüglich handeln, falls Sie feststellen, dass eine Stelle an der Wand feucht ist.

Ursachen für feuchte Wände

Die Ursachen für feuchte Wände in der Mietwohnung oder im Eigenheim können sehr unterschiedlich sein. Neben baulichen Problemen kann auch eine falsche Nutzung der Räume zu Feuchtigkeit in der Wand führen. Manche Ursachen sind innerhalb kurzer Zeit zu lösen und hat auch keine aufwendigen Sanierungen zur Folge. Bei baulichen Problemen kann es jedoch sein, dass Sie einen Fachmann zur Lösung des Problems benötigen. Nachstehend finden Sie eine Übersicht der häufigsten Ursachen.

Bodenfeuchtigkeit:

Moderne Bauwerke werden in der Regel so erreichtet, dass es eine horizontale Sperre gegen aufsteigende Feuchtigkeit gibt. Bei älteren Gebäuden fehlt diese Barriere häufig noch, was dazu führt, dass die Feuchtigkeit durch den Kapillareffekt die Wände hochsteigen kann.

Außenabdichtung:

Fehlt die Außenabdichtung oder ist sie fehlerhaft, kann Feuchtigkeit ebenfalls in Gebäude eindringen. Besonders rasch ist dies an Wänden zu merken, die zur Wetterseite ausgerichtet sind.

Dach:

Schäden im Bereich des Dachs führen langfristig zu massiven Schäden an der Substanz. Oft beginnen Probleme am Dach nur mit kleinen Löchern, die jedoch durchaus auch bei anhaltendem Regen große Wassermengen durchlassen können. Das Dach sowie Übergänge bei Dächern sollten Sie regelmäßig kontrollieren.

Dachentwässerung:

Nicht nur Löcher im Dach können zum Problem werden, sondern auch, wenn die Entwässerung nicht mehr richtig funktioniert. Angestautes Wasser kann dann nicht mehr richtig abfließen und kann durch kleine Öffnungen in die Mauern eindringen.

Rohrleitungen:

Zu feuchten Wänden muss nicht gleich ein Rohrbruch führen. Bereits kleine Löscher in Rohrleitungen können stetig Feuchtigkeit in die Wand bringen, was langfristig zu durchfeuchteten Wänden führt. Undichte Zuleitungen können Sie daran erkennen, dass der Wasserverbrauch steigt. Bei Abflüssen ist es wesentlich schwieriger zu erkennen, ob sie undicht sind.

Kälte- und Wärmebrücken:

Kälte- bzw. Wärmebrücke sind Synonyme für einen Bereich in Gebäuden, wo Wärme schneller abtransportiert wird. Das führt dazu, dass der Bereich schneller abkühlt und dort sich Feuchtigkeit länger hält bzw. kondensiert. Langfristig führen solche Wärmebrücken zur Bildung von Schimmelpilzen. Zudem steigen die Heizkosten an, weil der Wärmeverlust größer ist.

Bauliche Mängel:

Bauliche Mängel jeglicher Art können ebenfalls das Eindringen von Feuchtigkeit begünstigen. Dazu gehören beispielsweise schlecht abgedichtete Fensterbereiche. Besonders oft sind Badezimmer von feuchten Wänden betroffen, wenn diese bauliche Mängel haben. Das beginnt bereits bei einfachen Arbeiten wie dem richtigen Abdichten von Duschen oder Badewannen.

Lüften und Heizen:

Durch falsches Lüften oder Heizen kann es große Temperaturunterschiede zwischen der Luft in Zimmern und der Wand geben. Das führt dazu, dass die Feuchtigkeit an der Wand kondensiert und das Mauerwerk feucht wird. Anhaltendes falsches Lüften bzw. Heizen kann dazu führen, dass sich die Feuchtigkeit in der Wand festsetzt und es ebenfalls zur Bildung von Schimmel kommen kann.

Folgen von feuchten Wänden

Experte misst die Feuchtigkeit in der Wand

Experte misst die Feuchtigkeit in der Wand Foto: ©Karin & Uwe Annas – stock.adobe.com

Keine Wand ist zu 100% trocken, das ist allerdings auch gut so, denn eine gewisse Restfeuchte wirkt sich positiv auf das Raumklima aus. Gemessen wird die Feuchtigkeit in der Wand mit einem speziellen Messergerät. Ab einem Messewert von 80-100% Feuchtigkeit gilt eine Wand als feucht. Über 100% als nass und ab 150% durchnässt.

Die Folgen von feuchten Wänden können sehr unterschiedlich sein. Wird die Ursache rasch behoben, gibt es meist kaum bis keine Schäden. Feuchtigkeit bleibt oft lange unbemerkt, und erst wenn sich optische Mängel zeigen, wie Verfärbungen, wird genauer nachgeforscht. Dann können die Schäden bereits so groß sein, dass das Mauerwerk saniert werden muss.

Besonders problematisch ist ein Befall von Schimmelpilzen. Der Pilz kann Bereiche im Mauerwerk zerstören zudem kann er auch schwerwiegende Auswirkungen auf die Gesundheit der Bewohner haben. Sind diese länger einem gefährlichen Schimmelpilz ausgesetzt, können sich Allergien entwickeln.

Anhaltende Feuchtigkeit kann sogar dazu führen, dass die Statik instabil wird.

Lösungen bei feuchten Wänden

Beseitigung der feuchten Wänden

Die Beseitigung der feuchten Wänden und deren Folgen sollte sehr schnell erfolgen Foto: ©Jovica Varga – stock.adobe.com

So vielfältig die Ursachen für feuchte Wände sein können, so einfach sind manchmal die Lösungen. Grundsätzlich gilt, je rascher Sie bei einer feuchten Wand handeln, umso geringer fallen auch die Kosten für Reparaturen bzw. Sanierungen aus.

Eine feuchte Wand, die das Resultat von Bodenfeuchtigkeit ist, lässt sich manchmal sogar selbst abdichten. Dazu werden ins Mauerwerk Löcher gebohrt und diese mit einem chemischen Abdichtungsmittel aufgefüllt. Andere Methoden wie die Druckinjektion oder das Rammverfahren sollten ausschließlich von Profis durchgeführt werden.

Ist die Ursache eine undichte Außenwand, sollte diese natürlich unverzüglich abgedichtet werden. Dies gilt auch bei diversen baulichen Mängeln, die auf undichte Stellen zurückzuführen sind. Dazu zählt auch das Dach, bei dem bereits kleinere Schäden sofort beseitigt werden sollten. Die Regenentwässerung im Dachbereich sollten Sie ebenfalls regelmäßig kontrollieren. Manchmal liegt es lediglich an einem verstopften Ablaufrohr, dass die Entwässerung nicht mehr richtig funktioniert und dies lässt sich rasch selbst beheben.

Rasch handeln sollten Sie, wenn Sie bemerken, dass Rohrleitungen nicht mehr dicht sind. Dadurch ersparen Sie sich nicht nur Kosten für einen möglichen höheren Wasserverbrauch, sondern auch teure Sanierungsarbeiten. Arbeiten an Rohrleitungen müssen in der Regel von Experten durchgeführt werden. Maximal kleinere Arbeiten etwa im Bereich von Wandanschlüssen können Sie selbst durchführen, sollten dies aber ebenfalls immer gewissenhaft machen, damit der Schaden nicht größer wird.

Etwas Aufwendiger kann es sein, wenn sich Wärmebrücken im Haus befinden. In diesem Fall müssen Sie erst die Ursache für die Wärmebrücke finden. Es können bereits Fehler bei der Planung des Gebäudes gemacht worden sein. Die Verwendung von minderwertigen Materialien kann ebenfalls zu einer Wärmebrücke führen. Wärmebrücken sollten gezielt von einem Profi gesucht und auch beseitigt werden. Wird hier unsachgemäß gearbeitet, kann das Problem sogar noch vergrößert werden.

Richtiges Lüften und Heizen ist eine gute Vorbeugung gegen Feuchtigkeit in den Wänden. Durch das Lüften wird nicht nur der Temperaturunterschied zwischen Außenluft und Raumluft verkleinert, beim Lüften passiert auch ein Luftaustausch, bei dem die feuchte Raumluft nach draußen transportiert wird. Die trockenere Außenluft lässt sich später einfacher erwärmen, was auch Heizkosten spart.

Fazit

Feuchte Wände sind, sofern die Ursache rasch behoben wird, meist ein Problem von kurzer Dauer. Kleinere Probleme lassen sich meist sogar selbst kostengünstig beheben, manchmal ist es jedoch sinnvoller, wenn Sie einen Profi rufen, vor allem bei aufwendigeren Sanierungen.

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